TRIGG am Tegernsee: Gemeinsam neue Wege gehen
Von Januar bis März 2024 fand am Tegernsee das TRIGG-Mentoren-Training statt. Damit wurde ein wichtiger Schritt getan: Die Weitergabe des TRIGG-Konzepts an engagierte Menschen vor Ort, die traumatisierte Geflüchtete künftig begleiten und unterstützen möchten.
Was Anfang Januar mit einer ersten Schulung begann, entwickelte sich innerhalb weniger Wochen zu einem intensiven Lern- und Gemeinschaftsprozess. Menschen aus dem Landkreis Miesbach kamen zusammen, um sich auf ihre zukünftige Rolle als Mentorinnen und Mentoren vorzubereiten und gemeinsam neue Perspektiven für die Unterstützung geflüchteter Menschen zu entwickeln.
Lernen, reflektieren und gemeinsam wachsen
In insgesamt 12 Modulen beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Grundlagen der traumapädagogischen Arbeit. Ein zentrales Thema war die Frage: Was ist eigentlich ein psychologisches Trauma?
Gemeinsam wurde erarbeitet, wie traumatische Erfahrungen entstehen, welche Auswirkungen sie auf Menschen haben können und welche Haltung hilfreich ist, um Betroffene respektvoll und unterstützend zu begleiten. Die Gespräche waren intensiv, offen und von großem Interesse geprägt.
Ebenso wichtig war die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Mentor*in. In verschiedenen Übungen und Diskussionen standen Selbstreflexion, Selbstverständnis und persönliche Haltung im Mittelpunkt. Denn gute Begleitung beginnt immer auch bei der Fähigkeit, sich selbst wahrzunehmen und die eigenen Grenzen zu kennen.
Was macht ein starkes Team aus?
Ein weiterer Schwerpunkt des Trainings war die Zusammenarbeit im Team.
Wie entsteht Vertrauen? Welche Werte tragen eine Gruppe? Wie können Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründen gemeinsam Verantwortung übernehmen?
Die Teilnehmenden diskutierten diese Fragen engagiert und entwickelten gemeinsam Vorstellungen davon, wie ein tragfähiges Mentor*innen-Team aussehen kann. Dabei wurde deutlich, dass erfolgreiche Unterstützung nicht durch Einzelpersonen entsteht, sondern durch Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung und den Austausch unterschiedlicher Perspektiven.
Krisen verstehen und Handlungssicherheit gewinnen
Besonders intensiv beschäftigte sich die Gruppe mit dem Thema persönliche Krisen und Krisenprävention.
Persönliche und psychische Krisen gehören zur Lebensrealität vieler Menschen mit Flucht- und Gewalterfahrungen. Umso wichtiger ist es für Mentorinnen und Mentoren zu verstehen, wie Krisen entstehen, welche Warnsignale es gibt und wie unterstützendes Handeln aussehen kann.
Gemeinsam wurde diskutiert, ob Krisen nicht nur Belastung, sondern manchmal auch Ausgangspunkt für persönliches Wachstum sein können. Die Teilnehmenden entwickelten ein gemeinsames Verständnis dafür, wie Stabilität, Sicherheit und Orientierung geschaffen werden können, ohne Verantwortung zu übernehmen, die professionelle Hilfe erfordert.